Archiv der Kategorie: Aktuelles

Aktuelle Mitteilungen der Selbsthilfe Stoma-Welt e.V.

Danke für 5.435 Unterschriften!

Innerhalb von nur zwei Monaten haben mehr als 5.400 Unterstützer die Petition gegen die Ausschreibung der Stomaversorgung durch die DAK-Gesundheit unterzeichnet. 14.000 Menschen mit einem Colo-, Ileo- oder Urostoma sind von dieser Ausschreibung direkt betroffen. Jetzt haben wir eure Unterschriften der DAK übergeben.

Bereits im Dezember hatten wir den Vorstand der DAK-Gesundheit zum ersten Mal auf die Petition hingewiesen und wiederholt um einen Termin zur Übergabe der Unterschriftenlisten gebeten. Leider gab es darauf keine Reaktion. Letztendlich haben wir uns für eine Zustellung der Listen per Kurier entschieden. Es ist schade, dass es damit auch zu keinem persönlichen Gespräch kommt, in dem wir eure und unsere Befürchtungen und Erfahrungen mit dem Vorstand der DAK-Gesundheit diskutieren können.

Das Ergebnis der Petition ist beeindruckend. Es brauchte mehr als 300 Seiten, um die Unterschriften und die mehr als 1.300 Kommentare zu Papier zu bringen. Vielen Dank an alle, die sich an der Petition beteiligt und damit gegen die Ausschreibung ausgesprochen haben.

Bedanken möchten wir uns auch bei denjenigen, die unserem Aufruf gefolgt sind und persönlich an den DAK-Vorstand, an Abgeordnete, an die Patientenbeauftragte der Bundesregierung usw. geschrieben und ihre Bedenken weitergegeben haben. All das hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Und trägt hoffentlich mit dazu bei, dass die DAK-Gesundheit die Ausschreibung doch noch zurückzieht.

DAK unter Druck

Was ist in der Zwischenzeit passiert? Mitglieder des Bundestags haben sich kritisch zur Ausschreibung der DAK geäußert. Das Bundesgesundheitsministerium beobachtet den Verlauf der Ausschreibung. Die zuständige Aufsichtsbehörde, das Bundesversicherungsamt, prüft die Ausschreibung. Die FAZ berichtete in ihrer gedruckten Ausgabe auf mehr als einer halben Seite, Focus Online berichtete in einem Filmbeitrag.

Unsere Forderung an den DAK-Vorstand bleibt bestehen: Herr Storm, bitte entscheiden Sie sich gegen billige Preise und für eine gute Hilfsmittel-Versorgung. Denn nur mit einer guten Hilfsmittel-Versorgung haben wir Stomaträger eine gute Lebensqualität.

Die Mitarbeiter und der Vorstand der Selbsthilfe Stoma-Welt e.V.

Bildquelle: Fotolia, © bluedesign
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Aktuelle Berichte zur Stoma-Ausschreibung der DAK-Gesundheit

19.01.2018: Illegales Preisdumping bei den Krankenkassen? Video via YouTube, www.youtube.com/watch?v=qQLF_33I5fY

30.01.2018: Ministerium beobachtet Heil- und Hilfsmittelverträge, Deutsche Apotheker Zeitung, www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/01/30/ministerium-beobachtet-heil-und-hilfsmittelvertraege (Hinweis: im Text wie auch in weiteren Presseberichten der letzten Wochen wird die Stomaversorgung als „Inkontinenzversorgung“ bezeichnet)

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Du findest gut, wie wir uns für die Interessen der Stomaträger*innen einsetzen? Unterstütze uns mit einer Spende oder werde Mitglied in unserem Selbsthilfeverein.

Mit mir NICHT! Copyright Fotolia, Autor bluedesign
Die ausgedruckten und ausgebreiteten Unterschiftenlisten der Petition gegen die Stoma-Ausschreibung der DAK-Gesundheit
Mehr als 300 Seiten umfassen eure Unterschriften und Kommentare.

Das Paket zur Übergabe der Unterschriftenlisten an die DAK-Gesundheit
Das Paket, fertig zum Versand an den Vorstand der DAK-Gesundheit.

Unterstützt unsere Petition gegen die Ausschreibung der DAK-Gesundheit

Mit der DAK-Gesundheit hat eine der größten Krankenkassen Deutschlands eine Ausschreibung gestartet um die Versorgung ihrer Versicherten mit Stoma-Hilfsmitteln neu zu regeln. Wir befürchten, dass weitere Krankenkassen diesem Beispiel folgen und dass die DAK damit eine negative Entwicklung in Gang setzt, wie wir sie bereits bei der Versorgung von Menschen mit einer Inkontinenz beobachten mussten:

  • der Versorger wird vorgeschrieben, wer sich nicht gut betreut fühlt hat keine Alternativen mehr
  • Einschränkungen in der Auswahl der Hilfsmittel und Aufzahlungen aus der eigenen Tasche sind absehbar

Unterstützt unsere Petition. Wie ihr die Petition mit eurer Selbsthilfegruppe unterstützen könnt, erfahrt ihr hier: Unterschriftenlisten zur Petition


Mit Unterschriftenlisten unterstützen

Du möchtest die Petition mit deiner Selbsthilfegruppe unterstützen? Das geht ganz einfach und du musst auch keinen Computer mit zum Gruppentreffen nehmen:

  1. Lade die Unterschriftenliste herunter: Unterschriftenliste zur Petition (Download/pdf)
  2. Drucke die Unterschriftenliste aus. Seite 3 kannst du so oft ausdrucken wie du möchtest.
  3. Nimm die Liste mit zum Gruppentreffen und lass‘ alle Teilnehmer unterschreiben, die diese Petition unterstützen möchten.
  4. Scanne die audgefüllten Listen ein oder fotografiere sie gut leserlich ab.
  5. Die Dateien mit den Listen kannst du hier auf der Seite von openPetition.de direkt hochladen: Unterschriftenlisten zu einer Petition hochladen. Falls das nicht klappt, sende die Dateien einfach per Email an verein(at)stoma-welt.de

Vielen Dank für eure Unterstützung 🙂

Stoma-Ausschreibung – was kann ich tun? Dem DAK-Vorstand schreiben.

Vielleicht hast du dich gefragt, wie du dich gegen die Ausschreibung der DAK einsetzen kannst. Vielleicht bist du selbst bei der DAK versichert und möchtest deiner Krankenkasse gerne deine Meinung sagen. Das geht, schreib einfach einen Brief. Und es wirkt, mit jedem weiteren Brief der den DAK-Vorstand erreicht.

Mit mir NICHT! Copyright Fotolia, Autor bluedesignDie DAK, eine der größten Krankenkassen Deutschlands, hat eine Ausschreibung gestartet um die Versorgung ihrer Versicherten mit Stoma-Hilfsmitteln neu zu regeln. Ausschreibungen sind grundsätzlich der falsche Weg, um Verträge zur Hilfsmittel-Versorgung von Menschen mit einem Stoma auszuhandeln:

  • Unser Wahlrecht wird untergraben
  • Einschränkungen in der individuellen Hilfsmittel-Versorgung sind absehbar
  • Die DAK ignoriert das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG)

Mehr dazu erfahrt ihr hier: Stoma-Ausschreibung der DAK: warum es uns alle betrifft

Hat die DAK mit ihrer Ausschreibung Erfolg, werden weitere Krankenkassen diesem Beispiel folgen. Mit negativen Auswirkungen für alle Stomaträger in Deutschland. Deshalb ist jetzt vor allem eines wichtig: Flagge zeigen und sich gegen die Ausschreibung der DAK einsetzen.

Wie haben einen Musterbrief an den Vorstand der DAK-Gesundheit entworfen, den du individuell ändern oder ergänzen und damit deine ganz persönlichen Erfahrungen, Ängste und Befürchtungen an die Verantwortlichen der Krankenkasse weiter geben kannst.
Musterbrief DAK  Download Word      Info für DAK-Versicherte zum Musterbrief  Download PDF
Daneben haben Versicherte der DAK die Möglichkeit online eine Beschwerde einzureichen. Das Beschwerde-Portal der DAK ist unter folgendem Link erreichbar: Anregungen und Kritik.

Wir freuen uns, wenn du uns eine Kopie deiner Nachricht an die DAK und die Antwort der Krankenkasse zukommen lässt. Am besten per E-Mal an: verein@stoma-welt.de.

Gemeinsam können wir den Vorstand der DAK vielleicht doch noch zu einem Einlenken und damit zu einem Stopp der gestarteten Ausschreibung bewegen. Jede Stimme zählt!

Vielen Dank an alle Unterstützer,

der Vorstand der Selbsthilfe Stoma-Welt e.V.

Bildquelle: Fotolia, © bluedesign

Stoma-Ausschreibung der DAK: warum es uns alle betrifft

Die DAK, eine der größten Krankenkassen Deutschlands, hat eine Ausschreibung gestartet um die Versorgung ihrer Versicherten mit Stoma-Hilfsmitteln neu zu regeln. 14.000 Stomaträger sind davon betroffen, rund 10% aller Menschen mit einem Stoma in Deutschland. Ihnen will die DAK ab dem kommenden Jahr vorschreiben, von wem sie versorgt werden. Und das zu einer geringeren monatlichen Pauschale als heute.

Grafik: roter Stempelabdruck mit der Aufschrift "Ausschreibung"Ausschreibungen sind grundsätzlich der falsche Weg, um Verträge zur Hilfsmittel-Versorgung von Menschen mit einem Stoma auszuhandeln. Deshalb setzt sich die Selbsthilfe Stoma-Welt e.V. aktiv für die Interessen der Stomaträger und gegen Ausschreibungen ein.

Unser Wahlrecht wird untergraben

Bei einer Ausschreibung kann es nur einen Gewinner geben und dieser wird durch den günstigsten Preis bestimmt. Stomaträger verlieren dadurch ihr Wahlrecht. Sie dürfen nicht mehr frei unter verschiedenen Vertragspartnern ihrer Kasse wählen. Sie sind bei der Auswahl der individuell passenden Stoma-Versorgung, bei der Verlässlichkeit der regelmäßigen Lieferung und in der Betreuung zu Hause von der Qualität eines einzigen Billig-Anbieters abhängig.

Einschränkung der individuellen Hilfsmittel-Versorgung sind absehbar

Für viele Stomaträger war es ein langer und steiniger Weg, bis sie ihre individuell passende und zuverlässige Stoma-Versorgung gefunden hatten. Immer niedrigere Erstattungs-Pauschalen sorgen zwangsläufig für Einschränkungen in der Auswahl der Hilfsmittel. In ihrer Ausschreibung fordert die DAK, dass nur noch Stomaartikel von zwei unterschiedlichen Herstellern aufzahlungsfrei angeboten werden müssen. Gehören die eigenen Stomaartikel nicht dazu, werden absehbar zusätzliche Aufzahlungen für die gewohnt zuverlässige Stoma-Versorgung fällig.

Die DAK ignoriert das HHVG

Grundsätzlich hat der Gesetzgeber im Frühjahr diesen Jahres der Ausschreibung von Hilfsmittel-Versorgungen mit „hohem Dienstleistungsanteil“ eine Absage erteilt. Die Stoma-Versorgung ist für uns ohne Zweifel mit einer umfangreichen Dienstleistung verbunden. Damit setzt sich die DAK mit ihrer Ausschreibung über den Willen des Gesetzgebers hinweg.

Hat sie damit Erfolg, werden weitere Krankenkassen diesem Beispiel folgen. Mit negativen Auswirkungen für alle Stomaträger in Deutschland. Deshalb ist jetzt vor allem eines wichtig: Flagge zeigen und sich gegen die Ausschreibung der DAK einsetzen.

Der Vorstand der Selbsthilfe Stoma-Welt e.V.

Weitere Informationen zum Thema:

Stoma-Treff Gruppen in Hamburg besuchen Rehabilitationsklinik Röpersberg

Foto: Die Teilnahmer des Stoma-Treff Hamburg beim Besuch der Rehaklinik RöpersbergTrotz unerwarteter Verspätung empfingen uns Dr. med. Jan Schmielau, Chefarzt und Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und internistische Onkologie, und Frau Ursula Möller, Sozialberatung & Marketing, herzlich im Foyer der Reha-Klinik in Ratzeburg.

Herr Dr. Schmielau stellte uns in einer Präsentation das Haus und die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten vor. Themen waren u.a. die besondere Faktoren für Erkrankungen, die mit einem Stoma versorgt werden müssen, und die neuesten Erkenntnisse für eine erfolgreiche Risikoreduzierung von Folgeschäden nach Operationen.

Foto: Die Teilnahmer des Stoma-Treff Hamburg beim Besuch der Rehaklinik RöpersbergBei einem Rundgang durchs Haus konnten wir uns über die Klinik informieren. Nach einer Stärkung durch einen Imbiss im Rehabilitationszentrum haben wir in einer Abschlussrunde unsere Eindrücke besprochen. Im Restaurant der Farchauer Mühle war der positive Eindruck von der Klinik und den Behandlungsansätzen, durch das gesamte Team, Thema.

So wurde der stürmische Tag, der durch die Projektförderung von der AOK Rheinland / Hamburg ermöglicht wurde, zu einem lehrreichen und interessanten Erlebnis.

Mehr Informationen zu den Stoma-Treff-Gruppen in Hamburg gibt es hier: Stoma-Treff in Hamburg

Quelle: Renate Storm / Stoma-Treff Hamburg
Bildquelle: privat